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HHO Generator



Wasser brennt!

 

Die meisten haben in der Schule im Physik oder Chemieunterricht schon mal einen Hofmannsche-Zersetzer gesehen. Dieser spaltet via Elektrolyse Wasser in seine gasförmigen Bestandteile: Wasserstoff und Sauerstoff.

Die reaktionsfreudigen Kräfte dieser beiden Gase sind sehr beeindruckend. Wasserstoff (H für Hydrogenium) verbrennt extrem gut und sauber, Sauerstoff (O für Oxygenium) fördert jede Verbrennung und kann, gemischt mit brennbaren Stoffen wie z.B. Wasserstoff, extreme Energien freisetzen. Mischt man 2 Teile Wasserstoff und 1 Teil Sauerstoff zusammen (oder spaltet man eine kleine Menge Wasser), dann reicht die kleinste Energieschwankung (Funke, Laserpointer, ...) und die Gase verbinden sich in einem verheerendem Knall wieder zu Wasser. Ein Brenner mit HHO-Flamme schmilzt jedes auf der Erde natürlich vorkommende Material, bzw verdampft es. Sogar Wolframdraht mit einem Schmelzpunkt von knapp 3500°C ...arg! :)

Genauso arg ist auch die Explosion bzw Implosion von Knallgas, ich habe mir fast den Daumen mit einer Kleinstmenge Gas weggesprengt, daher appelliere ich an den gesunden Menschenverstand, solche Experimente nur unter Einhaltung höchster Sicherheitsvorkehrungen durchzuführen!







Drycell

 

Man benötigt nur die richtigen Edelstahlplatten (316Ti, das rostet nicht), Dichtungen, eine Stromversorgung, einen PWM-Regler, Base (z.B. KOH - Kaliumhydroxid) und destilliertes Wasser. Das basische (H2O+KOH = Elektrolyt = elektrisch leitfähig) Wasser reagiert an den mit gepulstem Strom durchflossenen Metallplatten und spaltet sich in seine gasförmigen Bestandteile.

 

Im Vergleich zum Hofmannsche Zersetzer ist die "Drycell" eine andere, sehr leistungsstarke Elektrolyser-Bauart, die in Plattenform für möglichst viel Reaktionsfläche aufgebaut ist. Durch die flache Bauweise einer Drycell lassen sich viele Platten übereinanderlegen und parallel betreiben. Je nach Plattenzahl ist die Bauweise dann nicht mehr so flach, aber sehr kompakt im Vergleich zur enormen Gasproduktion. Meine Drycell besteht aus nur 3 Platten 316Ti Blech, die äußeren 2 sind an Minus, die mittige an Plus. Dazwischen sind Dichtungen aus 2mm Teichfolie, die Außenplatten zur Stabilisierung sind aus Glasfaser (GFK). Fest zusammengeschraubt dichtet das Design ganz gut, die Außenplatten sollten dafür möglichst stabil sein.


Drycell


Der untere Schlauchanschluss ist der Wasserzufluss, der Obere der Gasauslass. Das regelbare Ventil im Zufluss bewirkt, dass nur soviel Wasser nachfließt, wie gespalten werden kann, da sonst nur hochexplosiver Schaum erzeugt wird. Das Gas fließt durch den sogenannten Bubbler: Die Gasblasen müssen zwecks Rückschlag-/Rückbrennsicherung erst durch ein Wasserbad aufsteigen, sonst zerreißts die Drycell wenn was zurückbrennt!


Als Netzteil tats ein 12V PC Netzteil vollkommen. Je mehr Base ins Wasser gemischt wird, desto leitfähiger wird es, und desto mehr Strom kann fließen. Ich habe so gemischt, dass ca 10A fließen, dann wird die Drycell auch nicht besonders warm. Der Gasausstoß kann sich sehen lassen, der Bubbler und die Schläuche sind fast schon zu klein um ein Rückbrennen bei Volllast auszuschließen, da die Gasblasen dann schon sehr dicht beieinander sind.







Wetcell


Beim Experiment mit einem Spulenelförmigen Elektrolyser (Wetcell) in einer Plastikdose und einem am Deckel angeklebten Messingröhrchen mit zusammengedrücktem und 0,5mm aufgebohrtem Ende als Mini-Brennerdüse, gab es beim Anzünden zuerst kurze Zischlaute. Dann hörte man leises Rauschen, und siehe da, eine verdammt heiße Mini-Flamme tänzelte auf der Düsenspitze :) Beim Versuch, Papier damit zu schneiden, habe ich die Flamme zerdrückt...doch nicht so stark das Flämmchen. Also nochmal angezündet, kurz zischelisch...und...TUSCH! Ein Knall wie aus einer Pistole, die Plastikdose hats zerrissen, und ich dachte nur: Hoffentlich ruft der Nachbar nicht die Ordnungswache weil ich in meiner Wohnung schieße :) Der lustige Gedanke verging mir aber gleich, da mein Feuerzeug-Daumen plötzlich höllisch weh tat, und es mit jeder Sekunde schlimmer wurde. Da musste ich ans Bundesheer denken, wo sie uns vom Gewebeschock erzählten. Ich war knapp davor die Rettung zu rufen, in Angst dass mir mein Daumen abstirbt und wegfault, aber der Schmerz ließ sehr langsam nach und ich konnte den Daumen nach einer Stunde wieder spüren, und am nächsten Tag war zum Glück alles wieder gut.


Explodierte Wetcell


Vorerst genug gelitten, liegt das Projekt auf Eis. Vielleicht bin ich irgenwann einmal mutig genug, einen Plasmaschneider für die Fräse zu basteln.



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